Belastungen durch Niederfrequenz

Gesetzliche Grenzwerte für magnetische und elektrische Wechselfelder orientieren sich an den akuten gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Diese werden im Alltag normalerweise nicht erreicht. Interessanter wird indessen die Langzeitwirkung schwächerer Felder auf mögliche biologische und gesundheitliche Effekte. Damit sind Felder gemeint, die in ganz normalen Haushalten und an Arbeitsplätzen entstehen. Experimente und Studien haben bei den niederfrequenten magnetischen Feldern unter anderem Hinweise zu gesundheitlichen Auswirkungen und biologischen Effekten gefunden¹:

  • Förderung des Tumorwachstums im Tierversuch
  • veränderte Melatoninspiegel
  • Auswirkung auf das Herz-Kreislauf-System
  • schwach erhöhte Blutkrebsrisiken bei Kindern und Erwachsenen

Das Hormon Melatonin wird im menschlichen Körper abhängig von Lichtverhältnissen den von der Zirbeldrüse produziert. Helligkeit hemmt und Dunkelheit fördert die Ausschüttung von Melatonin. In Versuchen konnte nachgewiesen werden, dass die Zirbeldrüse auch auf niederfrequente Felder und geomagnetische Störungen reagiert. Diese Erkenntnisse sind von großer Bedeutung, da Melatonin eine fördernde Wirkung auf das Immunsystem zugeschrieben wird und das Wachstum bestimmter Tumore hemmt. Im Umkehrschluss bedeutet das möglicherweise, dass eine verringerte Melatoninkonzentration das Tumorrisiko erhöht. Des Weiteren wird die Störung des Melatoninhaushalts mit bestimmten Depressionsformen und unspezifischen Symptomen von Mattigkeit und Erschöpfung und einem verminderten Abwehrsystem in Verbindung gebracht.


Belastungen durch Hochfrequenz

Hochfrequente elektromagnetische Felder werden von Körper aufgenommen und in Wärme umgewandelt, die durch den Blutkreislauf im Körper verteilt und an der Körperoberfläche abgegeben wird. Die Augenlinse reagiert besonders empfindlich, da sie wegen der fehlenden Durchblutung eine schlechte Wärmeabfuhr aufweist. Diese thermischen Wirkungen sind unumstritten. Zu wenig Beachtung, so die Kritiker, wird den nichtthermischen Wirkungen geschenkt. Eine Vielzahl von internationalen Studien hat die digitale, gepulste Strahlung auf mögliche biologische Effekte untersucht. Es wurden für nichtthermische Wirkungen folgende Hinweise gefunden²:

  • Genetische Schäden bei Zellen oder Veränderungen von Eigenschaften bei Genen in Versuchen mit Zellkulturen
  • Verhaltensänderungen bei Tieren
  • biochemische Veränderungen im Gehirn von Tieren
  • Veränderung der Gehirnstromaktivität beim Menschen

Diskutiert wird, ob Mobilfunk langfristige Schäden verursachen kann, ob dadurch Krankheiten und Tumorwachstum gefördert oder gar ausgelöst werden können. Hochfrequente Strahlung wird teilweise vom Gewebe des Gehirns aufgenommen. So liegt die Vermutung nahe, dass gerade die Handyantennen dicht am Ohr einer Gefährdung führen kann. Das Bundesamt für Strahlenschutz weist auf ihrer Webseite daraufhin, dass die mögliche Langzeitwirkungen einer intensiven Handynutzung und mögliche Wirkungen auf Kinder und Jugendliche weiter untersucht werden sollen und hält die Vorsorge angesichts der noch bestehenden wissenschaftlichen Unsicherheiten für wichtig und angemessen.


¹ ² Publikation “Elektrosmog – Wo er entsteht, was er bewirkt, wie man sich schützt”, 2010, Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. S.16-19