Grenzwerte und baubiologische Vorsorgewerte unterscheiden sich massiv – und zwar offenbar im Verhältnis zu den jeweiligen Kenntnisständen über die biologischen Wirkungen von elektrischen und magnetischen Wechselfeldern, sowie Hochfrequenzfeldern. Die in Deutschland gültigen Grenzwerte bieten lediglich einen gewissen Schutz vor akuten Schädigungen. Im Hochfrequenzbereich sind sie so definiert, dass nur unmittelbare thermische Wirkungen verhindert werden.

“Baubiologische Richtwerte sind Vorsorgewerte. Sie beziehen sich auf Schlafbereiche, die besonders empfindliche Regenerationszeit des Menschen und das damit verbundene Langzeitrisiko. Sie basieren auf dem aktuellen baubiologischen Erfahrungs- und Wissensstand und orientieren sich am Erreichbaren. Darüber hinaus werden wissenschaftliche Studien und andere Empfehlungen zur Bewertung herangezogen.” Auszug aus Baubiologische Richtwerte für Schlafbereiche SBM-2008 – Institut für Baubiologie+Ökologie IBN

 

Folgende baubiologische Vorsorgewerte wurden für die unterschiedlichen Felder festgelegt:

Elektrische Wechselfelder Einheit unauffällig schwach auffällig stark auffällig extrem auffällig
Feldstärke, erdbezogen Volt/Meter V/m < 1 1 – 5 5 – 50 > 50
Körperspannung, erdbezogen Millivolt mV < 10 10 – 100 100 – 1000 > 1000
Angaben zu Grenzwerten oder anderen Richtwerten, Empfehlungen und Forschungsergebnissen: DIN/VDE 0848: Arbeit 20.000 V/m, Bevölkerung 7000 V/m; BImSchV: 5000 V/m; TCO: 10 V/m; US-Kongress/EPA: 10 V/m; Kinderleukämie-Studien: 10 V/m; Studien oxidativer Stress, Bildung freier Radikale, Melatoninabsenkung: 20 V/m; BUND: 0,5 V/m; Natur: < 0,0001 V/m
Magnetische Wechselfelder          
Flussdichte Nanotesla nT < 20 20 – 100 100 – 500 > 500
Angaben zu Grenzwerten oder anderen Richtwerten, Empfehlungen und Forschungsergebnissen: DIN/VDE 0848: Arbeit 5.000.000 nT, Bevölkerung 400.000 nT; BImSchV: 100.000 nT; Schweiz: 1000 nT; WHO/IARC: 300-400 nT “potentiell krebserregend”; TCO: 200 nT; US-Kongress/EPA: 200 nT; DIN 0107 (EEG): 200 nT; BioInitiative: 100 nT; BUND: 10 nT; Natur: < 0,0002 nT
Elektromagnetische Wellen          
Strahlungsdichte Mikrowatt/m² μW/m² < 0,1 0,1 – 10 10 – 1000 > 1000
Angaben zu Grenzwerten oder anderen Richtwerten, Empfehlungen und Forschungsergebnissen: DIN/VDE 0848: Arbeit bis 100.000.000 μW/m², Bevölkerung bis 10.000.000 μW/m²; BImSchV: bis 10.000.000 μW/m²; Mobilfunk: Schweiz bis 100.000 μW/m², Salzburger Resolution / Ärztekammer 1000 μW/m², BioInitiative 1000 μW/m² außen, EU-Parlament STOA 100 μW/m², Salzburg 10 μW/m2 außen, 1 μW/m² innen; EEG-, Immunstörung: 1000 μW/m²; Handyfunktion: < 0,001 μW/m²; Natur: < 0,000.001 μW/m²
Elektrische Gleichfelder          
Oberflächenspannung Volt V < 100 100 – 500 500 – 2000 > 2000
Entladezeit Sekunden s < 10 10 – 30 30 – 60 > 60
Angaben zu Grenzwerten oder anderen Richtwerten, Empfehlungen und Forschungsergebnissen: TCO: 500 V; Schäden an Elektronik, Computerbausteinen: ab 100 V; schmerzhafte Schlääge, Funken: ab 2000-3000 V; Synthetikmaterialien, Kunststoffbeschichtungen: bis 10.000 V; Kunststoffböden, Laminate: bis 20.000 V; Fernsehbildschirme: bis 30.000 V; Natur: < 100 V
Magnetische Gleichfelder          
Flussdichteabweichung (Metall) Mikrotesla μT < 1 1 – 5 5 – 20 > 20
Flussdichteschwankung (Strom) in Mikrotesla μT < 1 1 – 2 2 – 10 > 10
Kompassabweichung Grad º < 2 2 – 10 10 – 100 > 100
Angaben zu Grenzwerten oder anderen Richtwerten, Empfehlungen und Forschungsergebnissen: DIN/VDE 0848: Arbeitsplatz 67.900 μT, Bevölkerung 21.200 μT; USA/Österreich: 5000-200.000 μT; Kernspin 2-4 T; Natur, Erdmagnetfeld: Mitteleuropa 40-50 μT, Äquator ~ 25 μT, Pole ~ 65 μT; Magnetfeld Auge: 0,0001 nT, Hirn: 0,001 nT, Herz: 0,05 nT; Orientierung Tiere: 1 nT