Mobilfunk-Sendeanlagen

Die Quellen elektromagnetischer Hochfrequenzfelder im öffentlichen Raum sind die oftmals gut sichtbaren Mobilfunk-Sendeanlagen auf den Dächern. Im Jahr 2010 wurden in Deutschland rund 300.000 Mobilfunkanlagen an ca. 68.000 Standorten gezählt. Dazu kommen noch Anlagen für GSM-Rail (Betriebsfunk der Deutschen Bahn) Radar (Flugverkehr, Schiffsverkehr, Wetterbeobachtung, Bundeswehr, Verkehrsüberwachung, Abstandsradar bei PKW), Behördenfunk TETRA, Amateurfunk, Betriebsfunk und Sendeantennen für Radio und TV.  In der Standortdatenbank der Bundesnetzagentur können Sie sich darüber informieren, ob bei Ihnen in Wohnortnähe sich eine ortsgebundene Mobilfunkanlage befindet.

Wie kommt eine Gesprächs- oder Datenverbindung beim Mobilfunk zustande?

Wenn zwei Handys miteinander telefonieren, kommunizieren sie mittels hochfrequenter elektromagnetischer Felder über eine oder mehrere Mobilfunkbasisstationen (Mobilfunksendeanlagen). Das abzudeckende Gebiet von einem Mobilfunknetz wird in sogenannte Funkzellen eingeteilt. Diese sind ähnlich angeordnet wie die Waben eines Bienenstocks. Der Durchmesser einer Funkzelle beträgt auf dem Land bis zu 15 Kilometer. In Großstädten sind die Funkzellen oft nur einige hundert Meter groß, da innerhalb einer Zelle oft sehr viele Datenverbindungen bestehen und Telefonate gleichzeitig geführt werden. Die einzelnen Funkzellen werden von jeweils einer Mobilfunkbasisstation versorgt, die Gespräche und Daten per Kabel oder Richtfunk weiter zu übergeordneten Vermittlungsstellen des Netzbetreibers leitet. Von den Vermittlungsstellen stehen Verbindungen zu den anderen Mobilfunknetzen und zum Festnetz zur Verfügung. Eingeschaltete Handys senden in regelmäßigen Abständen ein Funksignal zur Identifizierung an die nächstliegende Mobilfunkbasisstation. So ist das Mobilfunknetz immer informiert, zu welcher Funkzelle es im Falle eines Anrufs eine Verbindung aufbauen muss.

Wie hoch ist die Belastung von Mobilfunkanlagen?

Theoretisch nimmt die Strahlungsstärke aller Felder mit dem Abstand zur Quelle ab. In bebauten Gebieten kann es jedoch durch Reflektion, Ablenkung und Streuung der Strahlung sowie durch weitere Antennenanlagen zur Erhöhung der Strahlungsstärke führen. Wie sehr diese Effekte die Ausbreitung beeinflussen, hängt unter anderem von Form, Größe und Material der Objekte ab. Zudem senden Antennen von Mobilfunksendeanlagen nicht gleichmäßig in alle Richtungen, sondern haben Vorzugsrichtungen und erzeugen eine Strahlungskeule. Dies trägt dazu bei, dass die Feldstärken im Umkreis um einen Sender trotz gleichen Abstands zur Quelle unterschiedlich sein können. So kann eine Aussage zur Stärke hochfrequenter Felder an einem bestimmten Ort letztendlich nur auf der Grundlage von Messungen oder von Simulationsrechnungen getroffen werden.